Monatelang wurde der „Masterplan Schulen“ besprochen, kritisiert, beraten, verworfen und nachgebessert. Auch in den sozialen Medien war und ist der Maßnahmenkatalog ein kontrovers bis hitzig diskutiertes Thema. Bei der Ratssitzung am vergangenen Dienstag galt es nun, darüber zu entscheiden, ob sich die Stadt auf den im Masterplan vorgesehenen Weg machen soll oder nicht. Es geht um eine umfangreiche Sanierung und Modernisierung städtischer Infrastruktur in den Bereichen Bildung und Sicherheit. Und es geht um sehr viel Geld, das die Stadt dafür aufwenden muss; zu viel, wie einige Vertreter aus der Politik meinen. Entsprechend engagiert gestaltete sich auch am Dienstag im Rat die Debatte über das Für und Wider.
Bürgermeisterin Sandra Pietschmann warb mit Leidenschaft für den Masterplan, das sicherlich wichtigste Projekt in ihrer Amtszeit, und sie betonte noch einmal ausdrücklich, dass an diesem Tag nur über einen „Fahrplan“ eine Projektreihenfolge entschieden werde, darüber, die Sache insgesamt anzupacken. Die einzelnen Schritte seien immer wieder neu zu verhandeln und von der Politik zu beschließen. „Lassen Sie uns den Weg gehen“, appellierte die Bürgermeisterin. Fabian Kippenberg von der CDU wies in seinem Debattenbeitrag darauf hin, dass Investitionen in die Infrastruktur Werte schaffen würden. Die FDP indes äußerte einmal mehr die Befürchtung, dass sich die Stadt finanziell übernehme und plädierte dafür, die Entscheidung über den Masterplan den Bürgerinnen und Bürgern zu überlassen, da diese schließlich auch die Lasten zu tragen hätten, etwa über die Grundsteuer B. Die sei ohnehin schon extrem hoch und müsse dann absehbar weiter steigen. Ein entsprechender Antrag der Liberalen auf einen sogenannten Ratsbürgerentscheid fand jedoch keine Mehrheit.
Mit der Ablehnung des FDP-Antrags verblieb die Entscheidung über den Masterplan beim Rat und der sprach sich mit den Stimmen von CDU, Grünen und SPD mehrheitlich dafür aus. Dagegen votierten FDP, M.U.T., ZSM, AfD und ein Mitglied der Wählergemeinschaft Mettmann. Genehmigt wurde auch der Nachtragshaushalt, der ein Defizit von 16,9 Millionen Euro aufweist. Fabian Kippenberg sah in der richtungweisenden Entscheidung zum Masterplan eine „Sternstunde“ des Stadtrates.
In einer Pressekonferenz am darauffolgenden Tag zeigte sich auch die Bürgermeisterin so erleichtert wie erfreut über das Votum des Rates und wies noch einmal darauf hin, dass es sich bei den im Masterplan versammelten Projekten um pflichtige Aufgaben der Stadt handele. „Wir haben sie in eine logische Reihenfolge gebracht und nun gehen wir Schritt für Schritt weiter.“ Man habe nun ein Ziel vor Augen und dieses zu erreichen, sei Anstrengung wert.
Priorität bei den Vorhaben haben der Neubau der Gesamtschule und des Schwimmbads auf dem Grundstück Auf dem Pfennig, das die Stadt erworben hat. „Die Planungen dafür werden nun konkret“, so Tobias Janseps, Technischer Beigeordneter der Stadt. Dazu wolle man sich kurzfristig mit der Schulleitung der Gesamtschule beraten. Die Ausschreibungen für die Projekte sollen dann nach den Sommerferien erfolgen. Insgesamt sind die Maßnahmen des Masterplans auf einen Zeitraum von zehn Jahren angelegt. Sandra Pietschman: „Der Weg wird steinig und hart. Aber ganz am Ende haben wir eine moderne Infrastruktur und wir haben darüber hinaus neuen Wohnraum für die Stadt geschaffen.“