Demnach wären allein zwischen Rhein und Weser 41.600 Operationen vermeidbar gewesen. Den Patienten könnten so Klinikaufenthalte und Operationsrisiken erspart bleiben. Seit Start des Projekts vor fünf Jahren haben sich mehr als 1.700 TK-Versicherte bereits eine Zweitmeinung eingeholt. Bei gut 1.450 der Patienten haben die Spezialisten den operativen Eingriff als nicht notwendig eingestuft und eine nichtoperative Behandlung empfohlen - zum Beispiel eine Physio- oder eine Schmerztherapie.
Der Gesetzgeber hat die Vorteile eines Zweitmeinungs-Verfahrens erkannt. Mit dem geplanten Versorgungsstärkungsgesetz sollen Patienten bei bestimmten operativen Eingriffen grundsätzlich die Möglichkeit erhalten, sich eine zweite Meinung durch einen unabhängigen Experten einzuholen. "Das begrüßen wir", sagt van Aalst. "Aus unserer Sicht ist eine zweite Meinung nicht nur bei Rückenschmerzen sinnvoll, sondern insbesondere auch bei Operationen an Gelenken und bei planbaren kardiologischen Eingriffen."