Leserbrief zum Düsselring "Warum bringt man alle Beteiligten ohne Not in einen solchen Zeitdruck?"
Mettmann · Leserbrief zum Artikel "Die Verwaltung ist mit rechtlichen Fragen überfordert".
"Als Mitglied des Ausschusses für Planung, Umwelt und Verkehr hatte ich in der letzten Sitzung nicht den Eindruck, dass rechtliche Fragen eine zeitnahe Information der Bürger verhinderten. Mir schien eher die allgemeine Überlastung der zuständigen Personen bzw. Abteilungen maßgebend zu sein.
Allein der Umstand, dass der Innenstadtumbau noch voll im Gange ist und Arbeitskapazitäten bindet, sollte ausreichen, keine neuen Baustellen wie die Sanierung des Düsselrings zu beginnen. Die Berechnung der Anliegerbeiträge in der Innenstadt liegt vermutlich noch nicht ansatzweise vor, da sollen für den Düsselring schon vorläufige Berechnungen (nicht nur für eine Planung sondern auch gleich für mehrere Alternativen) gemacht und anschließend in einem Moderationsprozess mit den Bürgern diskutiert werden.
Warum bringt man alle Beteiligten ohne Not in einen solchen Zeitdruck? Ich befahre den Düsselring mehrmals in der Woche in voller Länge und finde die Straßenschäden in einzelnen Bereichen zwar spürbar aber nicht übermäßig unangenehm und keineswegs gefährlich. Dankbar nehme ich zur Kenntnis, dass eine Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h meine Fahrt erträglich macht und ich so zur Sicherheit von Fußgängern und anderen Verkehrsteilnehmern beitragen kann.
Auch die allgemeine Diskussion über den Verkehr der Zukunft (Elektromobilität, autonome Fahrzeuge) lassen mich daran zweifeln, ob wir - in Unkenntnis der späteren Anforderungen an eine optimale Straße - heute Millionenbeiträge investieren sollten.
Ich plädiere dafür, die Sanierung des Düsselrings um mehrere Jahre zu verschieben und dann im Vorfeld rechtzeitig mit den Anwohnern über ihre Bedürfnisse und ihren Kostenanteil zu sprechen. Wir sollten weder das Geld der Stadt noch ihrer Bürger durch blinden Aktionismus verschwenden."
Jürgen Weidner (parteilos), Sachkundiger Bürger im Ausschuss für Planung, Umwelt und Verkehr
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